Die sexuellen Phantasien der Frauen by Nancy Friday

Hörbuch-Zusammenfassung von StoryShots

Vergewaltigungsphantasien sind keine geheimen Wünsche.

Sie sind ein Fluchtweg vor der Schuld.

Einleitung

Ein Mann steht auf, zieht sich an und verlässt die Wohnung, nur weil eine Frau ihm ehrlich erzählt, woran sie beim Sex wirklich gedacht hat.

Diese Demütigung wurde zum Ausgangspunkt für Die sexuellen Phantasien der Frauen von Nancy Friday, ein Buch aus dem Jahr 1973, das die Vorstellung zertrümmerte, Frauen würden kaum fantasieren.

Der mythos der phantasielosen frau.

Vor diesem Buch galt eine simple Regel: Zufriedene Frauen brauchen keine Phantasien, unbefriedigte schon.

Wer glücklich verheiratet war, dachte sich angeblich nichts aus.

Wer fantasierte, galt als frustriert oder gestört.

Hunderte Briefe, Tonbandaufnahmen und Interviews mit Frauen aus völlig unterschiedlichen Lebenswelten widerlegten das.

Was zutage kam, war kein gelegentliches Tagträumen, sondern ein lebendiges, oft sehr explizites inneres Kino, das mit Zufriedenheit im echten Bett überhaupt nichts zu tun hatte.

Eine Frau kann eine erfüllte Beziehung führen und trotzdem eine ganze innere Welt bewohnen, von der ihr Partner nie erfährt.

Zufriedenheit im Bett und Vorstellungskraft im Kopf sind zwei verschiedene Dinge, die nur zufällig im selben Körper wohnen.

Was als Einzelfälle begann, wuchs zu einem ganzen Gebäude mit vielen Zimmern heran.

Das haus mit den sechzehn zimmern.

Die gesammelten Geschichten wurden in eine Struktur geordnet, die als das Haus der Phantasie bekannt wurde.

Zimmer für Anonymität, für Zurschaustellung, für Unterwerfung, für Inzest, und mehr.

Sechzehn wiederkehrende Themen, gefunden bei Frauen, die einander nie begegnet waren.

Das allein ist schon bemerkenswert.

Fremde Frauen aus verschiedenen Städten, verschiedenen Ehen, verschiedenen Jahrzehnten ihres Lebens, und trotzdem betraten sie gedanklich dieselben Räume.

Anonyme Fremde tauchten immer wieder auf.

Beobachtet zu werden, überwältigt zu werden, das wiederholte sich quer durch völlig getrennte Biografien.

Die Landkarte existiert.

Aber warum füllten sich manche Zimmer schneller als andere?

Was genau trieb so viele Frauen ausgerechnet in die Räume der Kontrolllosigkeit, statt in Zimmer voller Zärtlichkeit und Zuwendung, die es ebenfalls gab?

Diese Zimmer waren kein Zufallsprodukt der Einbildung.

Sie waren der Grundriss dessen, was die Frauen laut Gesellschaft nicht wollen durften.

Der schuld-trick hinter der vergewaltigungsphantasie.

Hier liegt der Satz, der 1973 wie eine Bombe einschlug und Leser bis heute aufwühlt.

Eine Vergewaltigungsphantasie tut für die sexuelle Vorstellung einer Frau das, was der erste Martini für sie in der Realität tut.

Beides befreit sie von Verantwortung und Schuldgefühl.

Das hat nichts mit dem Wunsch nach echter Gewalt zu tun.

Die Frauen in diesen Geschichten fürchteten tatsächliche Übergriffe zutiefst.

Was die Phantasie bot, war ein Schlupfloch: Lust ohne Erlaubnis einholen zu müssen, Verlangen ohne Schuldzuweisung, weil in der Geschichte sie selbst nichts gewählt hat.

Damit löst sich das Rätsel aus dem Haus der Phantasie auf.

Nicht Verlangen baute diese Zimmer, sondern Schuldgefühl war der Architekt.

Und genau das wirft eine größere Frage auf.

Wenn Frauen sich Szenarien ausdenken mussten, in denen sie für ihr eigenes Verlangen nicht verantwortlich sind, was sagt das über all die echten Schlafzimmer, in denen eine Frau bis heute kaum laut aussprechen kann, was sie will.

Schuldgefühl hat die Phantasie erschaffen.

Scham bewacht bis heute die Tür.

Wenn dich das dazu gebracht hat, anders über Verlangen und Scham nachzudenken, dann kennst du wahrscheinlich jemanden, der diese Zusammenfassung auch lesen sollte.

Fazit.

Diese Zusammenfassung von Die sexuellen Phantasien der Frauen verbindet drei Linien zu einem Argument: den Mythos der phantasielosen Frau, den verborgenen Grundriss ihrer tatsächlichen Wünsche und den Schuld-Trick, der erklärt, warum so viele dieser Wünsche mit Kontrollverlust zu tun haben.

Nancy Friday stützte dieses Buch auf hunderte echte Geständnisse, und die vollständige Zusammenfassung geht in Bereiche, die dieser Ausblick nur gestreift hat, etwa die Kindheitswurzeln bestimmter Phantasien, den Unterschied zwischen Schuldgefühl und Scham, und die bis heute umstrittene Frage, ob Phantasie Frauen tatsächlich befreit oder patriarchale Muster nur hübscher verpackt.

Wer sich für Verlangen, Scham oder die Kluft zwischen dem, was wir uns vorstellen, und dem, was wir zugeben, interessiert, sollte das lesen.

Wir arbeiten gerade an der vollständigen Zusammenfassung von Die sexuellen Phantasien der Frauen, mit Infografik und animiertem Video.

Folge dem Buch in der StoryShots App, um sie zu bekommen, sobald sie fertig ist.