Misbehaving: Was erbringt die Verhaltensökonomie? von Richard H. Thaler

Hörbuch-Zusammenfassung von StoryShots

Dein Wille verliert gegen die Bequemlichkeit deines Umfelds, immer, sobald die Versuchung kommt.

Einleitung

Zwei Klausuren, gleich schwer, gleiche Noten.

Geändert wurde nur die Höchstpunktzahl, und aus wütenden Studenten wurden zufriedene.

Ein junger Professor bemerkte das, und aus dieser Schrulle wuchs eine ganze Disziplin.

Davon erzählt Misbehaving: Was erbringt die Verhaltensökonomie?

von Richard H. Thaler.

Warum du kein rationaler Homo oeconomicus bist

Der Durchschnitt lag bei 72 von 100 Punkten, und die Studenten fühlten sich betrogen.

Dann wurde die Höchstpunktzahl auf 137 gesetzt, am Schwierigkeitsgrad änderte sich nichts.

Der Schnitt sprang auf 96, und niemand beschwerte sich.

An den Noten hatte sich kein Deut verändert.

Ökonomen nennen so etwas einen vermeintlich irrelevanten Faktor: Er dürfte keine Rolle spielen und lenkt reales Verhalten trotzdem, immer wieder.

Die klassische Theorie baut auf einer erfundenen Figur, dem Econ.

Der optimiert jede Entscheidung und lässt sich von keiner Darstellung täuschen.

Du bist kein Econ.

Du drückst die Schlummertaste, hältst verlustreiche Aktien fest und fühlst dich besser, wenn auf dem Zettel eine größere Zahl steht.

Das heißt für dich: Jedes Preisschild, jede Punktzahl, jedes Etikett um dich herum schiebt deine Entscheidungen an, ob du es merkst oder nicht.

Deine Fehler sind nicht zufällig.

Ein Tischler in Lagos und eine Bankerin in Frankfurt fallen auf denselben Darstellungstrick herein, auf dieselbe Weise.

Vorhersehbare Fehler lassen sich einplanen.

Doch zuerst musst du sehen, woher der Sog kommt, und der beginnt bei dem, was dir schon gehört.

Warum Verlieren doppelt so weh tut wie Gewinnen

Ein Weinsammler würde eine Flasche für 100 Dollar nie verkaufen, kauft sie aber auch nicht für 100 Dollar.

Besitz allein treibt den Wert in die Höhe.

Das nennt man den Endowment-Effekt, denn was dir gehört, zählt zu deiner Ausstattung, und es herzugeben fühlt sich wie ein Verlust an.

Verluste schmerzen etwa doppelt so stark, wie gleich große Gewinne erfreuen.

Deshalb klammerst du dich an den Status quo, hältst das gescheiterte Projekt am Leben und lehnst den fairen Tausch ab.

Auch die Falle der versunkenen Kosten gehört dazu.

Ein Tennisclub-Mitglied spielte trotz Tennisarm weiter, weil der Mitgliedsbeitrag ja schon bezahlt war.

Dein Bezugspunkt ist der Ort, an dem du gerade stehst, und alles darunter fühlt sich wie Strafe an.

Dein Feind ist nicht, was du besitzt.

Dein Feind ist die Gewohnheit, jede neue Option daran zu messen.

Doch das Gefühl des Verlusts ist nur die halbe Schwierigkeit.

Die andere Hälfte: In dir streiten zwei Personen darüber, was als Nächstes passiert.

Gestalte dein Umfeld, denn Willenskraft verliert

In dir sitzen ein Planer und ein Macher.

Der Planer will das Altersvorsorgekonto und den frühen Schlaf.

Der Macher will die Cashewkerne und das Sofa.

Im Moment der Versuchung gewinnt der Macher.

Darum geben Menschen zu, dass sie glücklicher wären, wenn die Cashewschale auf der Party einfach verschwände.

Ein festerer Vorsatz hilft nicht, ein anderer Aufbau schon.

Eine Voreinstellung zieht einen großen Marktanteil an, weil Menschen meist mit dem gehen, was schon gewählt ist.

Ein Nudge verändert Verhalten vorhersehbar, ohne etwas zu verbieten.

Die automatische Anmeldung zu einem Sparplan bringt Menschen zum Sparen, wo Vorträge nie etwas bewirkten.

Willenskraft ist eine schlechte Strategie gegen einen Gegner, der in deinem Kopf wohnt und den Zeitpunkt selbst bestimmt.

Mach die gute Wahl zur bequemen, dann bekommt der Planer endlich eine Stimme.

Wenn du jemanden kennst, der beruflich Entscheidungen trifft, lohnt es sich, ihm diese Zusammenfassung weiterzuschicken.

Zusammenfassung

Diese Zusammenfassung von Misbehaving: Was erbringt die Verhaltensökonomie?

von Richard H. Thaler verbindet drei Ideen zu einem Gedanken: Darstellung lenkt dich unbemerkt, Verluste wiegen schwerer als Gewinne, und der richtige Aufbau schlägt Willenskraft.

Offen bleibt hier, warum Märkte Aktien falsch bewerten, was ein geschlossener Fonds über das Gesetz des einen Preises verrät und wie Ökonomen die ganze Idee jahrzehntelang bekämpften.

Die vollständige Zusammenfassung von Misbehaving: Was erbringt die Verhaltensökonomie?

findest du in der StoryShots-App.