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Machst du das Mathe? von Jordan Ellenberg
Zusammenfassung von StoryShots
Die Beweislast liegt bei den Zahlen, nicht bei deinem Bauchgefühl.
Einleitung
Ein Statistiktest kann beweisen, dass fünfzig Menschen keine Menschen sind.
Das klingt nach einem schlechten Witz, ist aber ein ernstes Problem für alle, die Zahlen vertrauen.
Jordan Ellenberg zeigt in Machst du das Mathe?, Die Macht des mathematischen Denkens, wie Mathematik die Fehler abfängt, die dein Bauchgefühl mit voller Überzeugung macht.
Warum nicht jede Kurve eine Gerade ist
Im Zweiten Weltkrieg sollte der Statistiker Abraham Wald empfehlen, wo Kampfflugzeuge zusätzliche Panzerung brauchen.
Die zurückgekehrten Maschinen hatten die meisten Einschüsse im Rumpf, im Triebwerk dagegen weniger.
Wald erkannte, dass Flugzeuge mit Treffern im Triebwerk gar nicht erst zurückkamen.
Also gehörte die Panzerung dorthin.
Dasselbe Muster steckt in unserem Denken über Geraden.
Wir nehmen an, dass mehr von etwas Gutem immer besser ist.
Doch bei einem Steuersatz von null Prozent fließt kein Geld, und bei hundert Prozent lohnt sich Arbeit nicht mehr.
Irgendwo dazwischen liegt das Optimum.
Ob du die Steuern senken oder erhöhen solltest, hängt davon ab, wo du stehst.
Verdoppelter Einsatz bringt selten doppelten Ertrag.
Die Welt ist meist eine Kurve.
Gerade Linien täuschen dir Verständnis nur vor.
Doch auch wer Kurven versteht, verlässt sich auf Zahlen, die bei näherem Hinsehen wackeln.
Der Signifikanztest ist Detektiv, nicht Richter
Forscher gehen zunächst davon aus, dass nichts Besonderes passiert.
Dann berechnen sie, wie wahrscheinlich ihr Ergebnis wäre, wenn nur der Zufall wirkt.
Liegt dieser Wert unter fünf Prozent, gilt der Befund als signifikant und landet in der Zeitung.
Studien ohne Ergebnis erscheinen dagegen kaum.
Was in deinem Nachrichtenstrom auftaucht, hat also bereits einen Filter durchlaufen, bevor es dich erreicht.
Deshalb ist der Test ein Detektiv, der Hinweise sammelt.
Ein Urteil spricht er nicht.
Ein signifikantes Ergebnis heißt nur: Hier lohnt sich weiteres Nachforschen.
Wer es für einen Beweis hält, hat die Arbeit des Detektivs mit der des Richters verwechselt.
Du hast diesen Fehler vermutlich schon geteilt, mit einem Gesundheitsartikel, der sehr sicher klang.
Eine Prüfung, die sich leicht bestehen lässt, beweist am Ende wenig.
Wie weit sich dieses Werkzeug gegen die Wirklichkeit wenden lässt, zeigt ein Gedankenexperiment, das fast absurd wirkt.
Wenn Signifikanz Unsinn beweist
Stell dir fünfzig Menschen vor, die du für gewöhnliche Menschen hältst.
Einer davon ist Albino.
Albinismus trifft etwa einen von 20.000 Menschen.
Dass unter fünfzig Zufallsmenschen einer betroffen ist, hat daher eine Wahrscheinlichkeit von unter einem zu 400.
Das liegt klar unter der Schwelle von 0,05.
Wendest du den Standardtest streng an, folgt mit statistischer Sicherheit: Diese fünfzig sind keine Menschen.
Der Unsinn ist der Punkt.
Dasselbe Verfahren, auf dem Millionen veröffentlichter Studien beruhen, kann Gewissheit über etwas Falsches erzeugen.
Ein Werkzeug, das Lügen entlarven soll, lässt sich selbst zum Lügen bringen.
Wenn dich das beim Lesen von Statistiken zum Umdenken gebracht hat, kennt bestimmt jemand in deinem Umfeld, der gern darüber nachdenken würde.
Zusammenfassung
Diese Zusammenfassung von Machst du das Mathe?
von Jordan Ellenberg verbindet drei Fäden zu einem Gedanken: Kurven statt Geraden, Signifikanztests als Detektive und der Unsinn, den sie erzeugen können.
Das Bauchgefühl braucht mathematisches Gerüst, keinen Ersatz.
Das ganze Buch geht weiter.
Es klärt, warum Umfragen vielleicht etwas messen, das gar nicht existiert, was die Rückkehr zum Mittelwert über Glück und Können verrät und wie Spieler eine staatliche Lotterie mit reiner Rechnung geschlagen haben.
Es lohnt sich für alle, die Nachrichten lesen oder Geldentscheidungen treffen.
Die komplette Zusammenfassung von Machst du das Mathe?